
Es ist schwer, jemanden, der noch nie einen Sant-Jordi-Tag in Katalonien erlebt hat, zu erklären, wie der Tag gefeiert wird: Die Straßen der Städte und Dörfer sind von Verkaufsständen mit Rosen und Büchern gesäumt und Alt und Jung sind auf der Straße, um für Freunde, Familie, Partner usw. eine Rose und/oder ein Buch zu kaufen.
Das Prinzip ist ganz einfach: Als Zeichen der Liebe, der Freundschaft oder einfach nur der Tradition wegen beschenkt man sich gegenseitig mit einer Rose oder einem Buch oder mit beiden Dingen gleichzeitig. Obwohl - oder vielleicht gerade weil - der Tag kein offizieller Feiertag ist, füllen sich Straßen und Plätze in ganz Katalonien und machen den Tag zu einem ganz speziellen nationalen Feiertag.
Der Ursprung des Sant-Jordi-Tags geht auf eine Mischung von Traditionen aus verschiedenen Epochen zurück. Zum einen ist der heilige Georg Schutzpatron von Katalonien (offiziell seit 1456, verehrt wurde er jedoch bereits seit dem 8. Jahrhundert), zum anderen gab es eine mittelalterliche Tradition, bei der ein Rosenmarkt, auch Messe der Verliebten genannt, im Palast der Generalitat veranstaltet wurde. Dazu kam die neue Tradition des Tags des Buches, die 1926 in ganz Spanien eingeführt wurde. Das Literaturfest mischte sich mit den alten katalanischen Traditionen zu einer der beliebtesten Traditionen der Neuzeit.